Das NiederrheinTheater - Theaterkurse in der Presse Theaterkurse in der Presse - Niederrheintheater

Rheinische Post Nr. vom 07.02.2012

Foto: Franz - Heinrich Busch sen.

Von Angela Wilms-Adrians

Was Schauspielschüler lernen
Die Teilnehmer der Schauspielkurse beim Niederrheintheater zeigten in Schloss Dilborn Szenen, die sie in den vergangenen Monaten erarbeitet haben. Das Spektrum reichte vom Drama bis zur Komödie. Beim Monolog auf fast leerer Bühne gibt es keine Ausflüchte, keine Rückzugsmöglichkeit. Dann heißt es durchhalten und hochkonzentriert zu agieren.

Zur Endpräsentation der Schauspielkurse des Niederrheintheaters nahmen viele der Teilnehmer gerade diese besondere Herausforderung an. Neueinsteiger und "alte Hasen", Jugendliche aus der letzten Sommerschauspielschule und Privatschüler, die sich für staatliche Schauspielschulen bewerben, boten im Saal von Schloss Dilborn in Brüggen überzeugende Ergebnisse der Kurssegmente. Das Spektrum reichte vom Drama bis zur Komödie, von Anton Tschechow bis Karl Valentin.

Die professionellen Schauspieler und Ausbilder Verena Bill und Michael Koenen wählten für Kurse und Aufführung bewusst Einzelszenen und nicht ein komplettes Stück. "So kann man die Darsteller besser an ihre Aufgaben heranführen", betont Koenen. Gerade in Anton Tschechows Texten erkennt er ein hohes Potenzial für Lernende. Im ersten Teil des Abends dominierten daher Szenenfolgen aus Tschechows Stück "Die Möwe", während nach der Pause Ausschnitte aus dessen Drama "Der Kirschgarten" vorherrschten.

Nuancenreiche Breite der Gefühle

Bill und Koenen liegt die Gestaltung authentisch wirkender Emotionen besonders am Herzen. "Es darf nicht übertrieben werden. Weder in den Monologen noch in Beziehungen zwischen Personen darf drauflos geplappert werden", betont Koenen.

Die Bühnenakteure hatten sich die Empfehlungen ihrer Vorbilder offensichtlich zu Herzen genommen. Manfred Reiffs, wie Karin Krumstroh und Margret Schriewer seit den Anfänger der Theaterkurse dabei, ließ sich Zeit, hielt die Stille aus. Reiffs Blick glitt zunächst scheinbar suchend an den Zuschauern vorbei, ehe der Darsteller den Monolog aus Tankred Dorsts "Ich, Feuerbach" aufnahm. Meist frontal zum Publikum gewandt, entfaltete er in Stimme und Mimik die nuancenreiche Bandbreite zwischen Enttäuschung, Hoffnung und Selbsttäuschung.

Florian Trögers Bühnenpräsenz und selbstverständlich anmutendes Spiel sowie Gabriele Albrechts Intensität bewiesen, dass auch sie zu den Fortgeschrittenen zählen.

Die 20-jährige Laura Steffan will das Hobby zum Beruf machen und entfaltete am Abend zum Monolog aus Ayckbourns Stück "Ab jetzt" ein lebendig inszeniertes Wechselbad mit witzigen und tragischen Nuancen.

Michelle Pradel dürfte treuen Besuchern des Niederrhein-Theaters aus der Aufführung "Der Geizige" bekannt gewesen sein. Zur Endpräsentation gab sie so richtig schön "prollig" und temperamentvoll einen Teenager.

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